GESCHÄFTSBERICHT 2024

LAGEBERICHT DES VORSTANDES
ZUM GESCHÄFTSJAHR 2024

1. Grundlagen des Unternehmens

Die im Jahre 1957 gegründete Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG ist eine mittelgroße Genossenschaft i. S. von § 336 in Verbindung mit § 267 HGB und bewirtschaftet 4.423 eigene Wohnungen, 27 gewerbliche Einheiten, 403 Stellplätze und 101 Garagen, alle gelegen in Berlin Prenzlauer Berg.

Im Fokus der Tätigkeit der WBG Zentrum eG steht i. S. von § 2 der Satzung die Förderung der Mitglieder der Genossenschaft vorrangig durch eine gute, sichere und sozialverantwortbare Wohnungsversorgung der Mitglieder sowie die dazu erforderliche Erhaltung, Verbesserung und Erweiterung der Wohnsubstanz.

Durch den Ausbau von wohnbegleitenden Dienstleistungen und Aktivitäten fördern wir die Bindung unserer Mitglieder und deren Identifikation mit der Genossenschaft.

2. Gesamt­wirtschaft­liche Entwicklung und Branchentwicklung

Deutsche Wirtschaft 2024 weiterhin herausgefordert

Die deutsche Wirtschaft konnte sich auch im Jahr 2024 nicht erholen. Das Bruttoinlandsprodukt sank 2024 gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozent. Verantwortlich dafür waren vor allem konjunkturelle und strukturelle Belastungen. Trotz dieses schwierigen Umfelds zeigte sich der Arbeitsmarkt 2024 anhaltend robust. Die Erwerbstätigkeit stieg 2024 leicht an. Die allgemeine Arbeitslosenquote stieg geringfügig auf 6,0 Prozent (+0,3 Prozentpunkte).

Die Inflation in Deutschland ist 2024 deutlich gegenüber den Vorjahren zurückgegangen und lag bei 2,2 Prozent (Vorjahr 5,9 %). Die Preise für den Neubau von Wohngebäuden lagen über der allgemeinen Preissteigerung und verteuerten sich im vierten Quartal 2024 im Vorjahresvergleich um 3,1 Prozent. 2024 senkte die EZB die Leitzinsen mehrmals. Im Dezember 2024 lag der Zinssatz für Einlagen bei 3,0 Prozent, mit fallender Tendenz. Die Bauzinsen hatten im Dezember bei 3,15 Prozent gelegen. Die Einkommen (Reallöhne) konnten im dritten Quartal 2024 um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen.

Wohnungswirtschaft wächst 2024 moderat

Die Grundstücks- und Wohnungswirtschaft konnte 2024 ihre Bruttowertschöpfung um 1,0 Prozent steigern und erreichte damit einen Anteil von rund 10 Prozent. Mit einer durchschnittlichen Steigerungsrate von rund vier Prozent entwickelten sich die Nettokaltmieten für Bestands- sowie Neubauwohnungen deutschlandweit 2024 oberhalb der allgemeinen Preisentwicklung (2,2 %).

Prognose 2025: Weiterhin kaum Wachstum

Die deutsche Volkswirtschaft befand sich zu Beginn 2025 weiterhin in einer schwierigen Ausgangslage. Im Jahresverlauf wird mit nur einem minimalen Wachstum zwischen 0,1 bis 0,3 Prozent gerechnet. Hohe Kosten, schwächelnder Export, politische Unsicherheiten und eine schwache Bauwirtschaft belasten weiterhin die Konjunktur.

Berlin: Moderates Wachstum in bewegten Zeiten

Die Berliner Wirtschaftsleistung ist im ersten Halbjahr 2024 leicht um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Dies war die vierthöchste Zuwachsrate aller Bundesländer, der bundesweite Durchschnitt lag bei -0,2 Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen in Berlin im Jahresschnitt 2024 nur noch um 1,6 Prozent und damit deutlich weniger als im Vorjahr (2023: 6,2 %).

Die Zahl der Berliner Erwerbstätigen erhöhte sich 2024 gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 Prozent auf 2.197.000 Personen. Insgesamt lag die Arbeitslosigkeit in Berlin im Jahresdurchschnitt bei 9,7 Prozent und wies damit die zweithöchste Arbeitslosenquote aller Bundesländer auf, der bundesweite Durchschnitt lag bei 6,0 Prozent. Die Einkommen (Reallöhne) stiegen im dritten Quartal 2024 deutlich an (+4,9 %).

Mietwohnungsmarkt: Neubau weiter gebremst

Der Berliner Mietwohnungsmarkt blieb auch 2024 angespannt. Die Bevölkerungsanzahl in der Hauptstadt ist im ersten Halbjahr weiterhin leicht gewachsen (+0,2 %) und lag bei 3.886.046 Personen. Das Bevölkerungswachstum ist vor allem auf die anhaltende Zuwanderung zurückzuführen.

Im Jahr 2024 war die Zahl der Baugenehmigungen weiterhin mit minus 37,6 Prozent genehmigten Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden stark rückläufig, während die Nachfrage nach Wohnraum weiterhin hoch blieb. Die Preise für den Neubau von Wohngebäuden waren auch 2024 weiterhin von Steigerungen betroffen (+4,1 %), jedoch nur noch halb so stark wie 2023.

3. Geschäftsverlauf

Die Entwicklung der Genossenschaft ist 2024 durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst worden. Für 2024 ergibt sich folgender Geschäftsverlauf.

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse aus Bewirtschaftungstätigkeit erhöhten sich im Geschäftsjahr 2024 um rd. 2.508 T€ auf 24.893 T€ (Vorjahr: 22.385 T€). Hauptbestandteile sind Mieterträge, gemindert um die Erlösschmälerungen, in Höhe von 17.879 T€ (Vorjahr: 16.236 T€) und Erlöse aus den abgerechneten Betriebskostenumlagen in Höhe von 7.014 T€ (Vorjahr: 6.057 T€).

Die Umsatzerlöse aus Sollmieten für Wohnungen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 1.568 T€. Für die Erhöhung maßgeblich ist die erstmalig seit 2015 durchgeführte Erhöhung der Nutzungsentgelte bei bestehenden Nutzungsverträgen (1.147 T€). Zudem resultieren weitere Umsatzerlöse aus im Berichtsjahr ganzjährig wirksamen Erhöhungen der Nutzungsgebühren bei Neuvermietungen des Vorjahres, die Neuvermietungen des laufenden Jahres und die Anpassungen der Nutzungsgebühren bei Einzelmodernisierungen auf Mieterwunsch.

Im Berichtszeitraum stieg die Anzahl der Kündigungen mit 224 Wohnungen gegenüber dem Vorjahr (204 Wohnungen). Die Fluktuationsrate beträgt somit durchschnittlich 5,1 % (Vorjahr 4,6 %).

Gleichzeitig konnten im Jahr 2024 insgesamt 231 neue Nutzungsverträge (Vorjahr: 209) abgeschlossen werden. Davon waren 44 (Vorjahr: 36) Wohnungswechsel innerhalb der WBG Zentrum eG.

Zum Bilanzstichtag waren 44 Wohnungen nicht vermietet (Vorjahr: 54 Wohnungen). Das entspricht einer Leerstandsquote von 1,0 % (Vorjahr: 1,2 %). Die Erlösschmälerungen aus Leerstand von Wohnungen, Gewerbeeinheiten und sonstigen Einheiten erhöhten sich leicht um 22 T€.

Mit 0,4 % vom Umsatz sind die Forderungen aus Vermietung weiterhin auf dem niedrigen Niveau der Vorjahre. Wir haben derzeit auch keine Hinweise, dass mit einem erheblichen Anstieg der Mietausfälle zu rechnen ist.

Instandhaltung/Instandsetzung und Modernisierung

Im Jahr 2024 wurden insgesamt 9.183 T€ für abgeschlossene Maßnahmen (Vorjahr 7.942 T€) für den Werterhalt und die Wertverbesserung unseres Bestandes eingesetzt. Zudem wurden 347 T€ (Vorjahr 401 T€) in die Vorbereitung und Beginn der Umsetzung weiterer Maßnahmen investiert. Die Ausgaben erfolgten für:

  1. Wohnungsinstandsetzung
    Nach erfreulich langer Mietdauer z. T. aus Erstbezug werden Wohnungen mit einem erheblichen Sanierungsaufwand zurückgegeben.
    Im Rahmen der komplexen Wohnungsinstandsetzung zur Bereitstellung von vermietungsfähigen Wohnungen gemäß den Qualitätsanforderungen der Genossenschaft wurden 33 Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von 1.499 T€ modernisiert (Vorjahr 25 Wohnungen mit 1.051 T€) sowie 196 Wohnungen mit einem Aufwand von 3.856 T€ (Vorjahr 4.347 T€) umfassend instandgesetzt. Zudem wurden 586 T€ (Vorjahr 808 T€) für weitere Einzelmaßnahmen in Wohnungen aufgewendet.
  2. Gebäudeinstandsetzung
    Für die geplante Instandsetzung von Kellern und Beleuchtung hat die Genossenschaft weitere 190 T€ aufgewendet.
  3. Kleininstandhaltung und Reparaturen
    Für die Beseitigung von kleineren Havarien mussten in 2024 insgesamt 1.265 T€ aufgewendet werden gegenüber 1.439 T€ im Vorjahr. Schwerpunkte waren die Gewerke Heizung/Sanitär mit 296 T€ (Vorjahr 344 T€), Elektrotechnik mit 206 T€ (Vorjahr 224 T€) und Aufzüge mit 186 T€ (Vorjahr 231 T€).
  4. Baumaßnahmen
    Die größte Baumaßnahme im Geschäftsjahr war die „Verlängerung“ von 5 Aufzügen in der Hanns-Eisler-Straße 10, 16, 20, 24 und 28. Dabei wurde ebenerdiger Zugang zu den Aufzügen geschaffen und der Eingangsbereich komplett neugestaltet. Für die fertiggestellten Eingänge wurden 1.785 T€ investiert, weitere 30 T€ für die vorbereitende Planung zur Fortführung der Arbeiten in weiteren Häusern in 2025.

Die notwendigen Arbeiten für die Einrichtung einer Feuerwehrumfahrung im Innenhof Hanns-Eisler-Straße 42–54/Thomas-Mann-Straße 47–61 wurden im Geschäftsjahr 2024 begonnen, dafür wurden 119 T€ investiert, die Arbeiten werden 2025 fortgesetzt und abgeschlossen.
Für die Vorbereitung und Planung des Vorhabens Sanierung Ärztehaus Greifswalder Straße 122 und Neubau eines angeschlossenen Genossenschaftszentrums wurden 100 T€ investiert. Die Bauarbeiten sollen 2026 beginnen und 2027 abgeschlossen werden.

Anstieg der Ausgaben in diesem Bereich um 1.047 T€ zum Vorjahr spiegelt den Fokus der Geschäftstätigkeit auf die Ertüchtigung des Wohnungs- und Gebäudebestandes wider.

Die durchschnittliche Entwicklung der Grundnutzungsgebühr der WBG Zentrum im Vergleich zu Berliner Genossenschaften und Berliner Mieten in € pro Quadratmeter Wohnfläche (per 31.12. des Jahres)

Quelle: WBG Zentrum eG, BBU und Statistisches Bundesamt, ©Statista 2024

Entwicklung Jahresergebnis in €

Quelle: WBG Zentrum eG

Umsatzerlöse aus der Hausbewirtschaftung

2016 / 20.256 T€
2017 / 20.763 T€
2018 / 21.070 T€
2019 / 21.193 T€
2020 / 21.334 T€
2021 / 21.466 T€
2022 / 21.965 T€
2023 / 22.385 T€
2024 / 24.893 T€

Quelle: WBG Zentrum eG

4. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

Das Jahr 2024 schließt mit einem positiven Jahresergebnis in Höhe von 4.223 T€ nach einem Jahresfehlbetrag von 55 T€ im Vorjahr ab.

Ursächlich für die deutliche Verbesserung ist zum einen der einmalige Sondereffekt im Geschäftsjahr 2023 aus der außerplanmäßigen Abschreibung der Planungs- und Vorbereitungskosten für den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses in Höhe von 1,8 Mio. €, der sich im Geschäftsjahr 2024 nicht wiederholt. Zudem wurden die Grundnutzungsentgelte erstmalig seit 2015 im gesamten Wohnungsbestand erhöht (+1,1 Mio. €), aus der Neuvermietung von Wohnungen und Einzelmodernisierungen resultiert ein Zuwachs von 0,4 Mio. €. Die Erlösschmälerungen blieben mit 0,2 Mio. € auf dem Vorjahresniveau.

Das durchschnittliche monatliche Nutzungsentgelt, ohne Einbeziehung der Nebenkosten, betrug 2024 für unsere Genossenschaftswohnungen 5,46 € je qm und erhöhte sich im Vergleich zum Durchschnitt des Vorjahres um 0,49 € je qm.

Im Bereich der Aufwendungen für Bewirtschaftungstätigkeit wurden 5,9 Mio. € für Instandhaltung aufgewendet (Vorjahr 7,0 Mio. €). Beim Rückgang der Aufwendungen um 1,1 Mio.  € wirkte sich insbesondere der deutlich gestiegene Leistungsumfang bei der Sanierung von Leerwohnungen aus. Während das Investitionsvolumen um 0,4 Mio. € zunahm, sank der Aufwand um 0,5 Mio. €. Zudem blieb die Sanierung von einzelnen Bädern um 0,2 Mio. € unter dem Vorjahreswert.

In Summe wirkte sich sowohl der Anstieg der Umsatzerlöse als auch der Rückgang der Instandhaltungsaufwendungen deutlich positiv auf das Jahresergebnis aus.

Finanzlage

Die Genossenschaft kam im Berichtszeitraum ihren Zahlungsverpflichtungen zu jeder Zeit fristgerecht und in vollem Umfang nach.

Zum Jahresende 2024 bestanden Liquiditätsreserven von 28,0 Mio. € (Vorjahr: 26,7 Mio. €). Der Anstieg ist bedingt durch den positiven Cashflow (Geldfluss) aus der laufenden Geschäftstätigkeit.

Die Zahlungsfähigkeit ist somit bei einem normalen gesamtwirtschaftlichen Verlauf nachhaltig gesichert.

Der Cashflow 2024 aus der laufenden Geschäftstätigkeit reicht im Berichtsjahr aus, um die planmäßigen Tilgungen langfristiger Verbindlichkeiten zu bedienen sowie die Finanzierung langfristiger Investitionen zu ermöglichen und die Sparrate der Bausparverträge zu bedienen.

Vermögenslage

Der Vermögensaufbau der Genossenschaft ist zum 31.12.2024 hinsichtlich der Fristigkeit von Vermögens- und Schuldteilen vollständig ausgeglichen.

Das langfristig im Unternehmen gebundene Vermögen von 110,6 Mio. € (Vorjahr: 110,6 Mio. €) wird vollständig durch langfristig zur Verfügung stehendes Kapital in Höhe von 136,1  Mio. € finanziert, davon 104,5 Mio. € Eigenkapital und 31,5 Mio. € langfristige Darlehen.

Das Anlagevermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Den getätigten Investitionen in Höhe von 3,4 Mio. € stehen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 3,3 Mio. € und Abgänge von 0,1 Mio. € gegenüber.

Der Jahresüberschuss des Jahres 2024 in Höhe von 4,2 Mio. € erhöht das Eigenkapital. Das langfristig zur Verfügung stehende Eigenkapital beträgt nunmehr 104,5 Mio. € (Vorjahr: 100,4 Mio. €). Das entspricht, gemessen am angepassten Bilanzvolumen, einer Eigenkapitalquote von 75 % und ist gegenüber dem Vorjahr um 2 % angestiegen.

Die im Unternehmen gebundenen Fremdmittel verringerten sich mit dem Abbau der langfristigen Darlehensverbindlichkeiten durch die planmäßigen Tilgungsleistungen um 2,7 Mio. €. Alle Investitions- und Instandhaltungsmaßnahmen wurden aus der vorhandenen Liquidität finanziert. Zusätzliche Kredite wurden im Geschäftsjahr 2024 nicht aufgenommen.

Gesamtaussage

Die wirtschaftliche Entwicklung der WBG Zentrum eG vollzog sich im Geschäftsjahr 2024 unter dem Einfluss der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung stabil.

Die Vermögens- und Finanzlage ist geordnet. Das Anlagevermögen ist durch Eigenkapital und langfristige Fremdmittel finanziert.

Entwicklung Organisation, Personal- und Sozialbereich

Die Mitarbeiter sind unser entscheidender Faktor für die Sicherung des Geschäftserfolges und der Qualität der Dienstleistungen für unsere Mitglieder. Den stetig wachsenden Anforderungen in allen Geschäftsprozessen sind wir im Geschäftsjahr mit technischen und organisatorischen Anpassungen begegnet und werden dies auch in den nächsten Jahren fortführen.

So wurde 2024 nach intensiver Vorbereitung der digitale Rechnungsworkflow eingeführt, mit dem alle eingehenden Rechnungen von der Erfassung über Prüfung und Freigabe bis zur Bezahlung und Archivierung komplett digital bearbeitet werden.

Zudem wurde ein modernes Zeitwirtschaftssystem installiert zur digitalen Erfassung der Arbeitszeiten und weiteren Informationen.

Im Jahr 2024 waren alle freien Stellen besetzt. Dies führte zu einem leichten Anstieg der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt.

5. Risikobericht

Die WBG Zentrum eG verfügt über ein Risikomanagement, das Unternehmensrisiken erkennen kann. Zu den eingesetzten Instrumenten der internen betriebswirtschaftlichen Risikosteuerung gehören insbesondere:

  • mehrjährige Finanz-, Liquiditäts- und Erfolgspläne und Prognosen mit jährlicher Aktualisierung,
  • quartalsweise Soll-Ist-Vergleiche der Liquiditäts- und Rentabilitätssituation zum Plan,
  • Analysen zur Liquidität,
  • monatliche Auswertung des Vermietungsstandes aller Vermietungsobjekte,
  • regelmäßige Überwachung des Darlehensportfolios,
  • regelmäßige Auswertung der Entwicklung der Mitglieder und der Geschäftsanteile,
  • jährliche Analyse der Entwicklung der Betriebskosten mit Vergleich zum Berliner Durchschnitt.

Die Ergebnisse werden analysiert, erläutert und bewertet. Sofern erforderlich werden auf dieser Basis zielgerichtete Maßnahmen eingeleitet. Es erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung an den Aufsichtsrat.

Chancen und Risiken

Zu den wesentlichen Risiken, welche die WBG Zentrum eG betreffen, gehören das allgemeine Vermietungs- und Marktrisiko sowie das Finanzierungsrisiko.

Abgeleitet von den umweltpolitischen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungstendenzen sind für die Genossenschaft insbesondere folgende Bereiche von Bedeutung:

CO₂-Reduzierung und Klimapfad

Die Klimaschutzgesetzgebung und die damit einhergehenden Anforderungen und Verpflichtungen für den Gebäudesektor bzw. die Wohnungswirtschaft stellen ganz erhebliche Herausforderungen auch für unsere Genossenschaft auf dem Weg zur Klimaneutralität dar. Es wurde bereits die Bestandsaufnahme der Objekte zur Ermittlung der derzeitigen CO₂-Emissionen geplant. Im Weiteren ist eine sukzessive Erarbeitung einer unternehmenseigenen Klimaschutzstrategie, ausgerichtet an den technischen, wirtschaftlichen und finanziellen Gegebenheiten sowie den gesetzlichen und baurechtlichen Vorgaben, vorgesehen. Es zeichnet sich jedoch bereits ab, dass die klimapolitischen Ziele ohne aktuelle vorliegende Förderprogramme finanziell schwer umsetzbar sind. Etwaigen Kosten- und Vermietungsrisiken gilt es daher zu begegnen.

Entwicklung der Betriebskosten und Versorgungssicherheit

Die höchsten Anstiege verzeichneten die Kosten für Wärmeversorgung und Strom. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich bereits 2023 die Wärmekosten um insgesamt rund 469 T€ und die Stromkosten um rund 60 T€. Hauptgrund für diesen Anstieg sind die deutlich gestiegenen Energiepreise und der Wegfall der Soforthilfe, die 2022 von der Bundesregierung gewährt wurde. Experten prognostizieren, dass dieser Trend anhalten wird, nicht zuletzt aufgrund der weiterhin hohen Energiepreise und der CO₂-Kosten, die fossile Energie zusätzlich verteuern.

Die Preiserhöhungen führen in Abhängigkeit der Entwicklung des Verbrauchsverhaltens zu höheren Nebenkosten. Zur Vermeidung von erheblichen Nachzahlungen passen wir die Vorauszahlungen für unsere Nutzer an.

Zur Vermeidung von Zahlungsausfällen für die Genossenschaft gibt es die Möglichkeit der Inanspruchnahme staatlicher Unterstützungsleistungen für Nutzer mit geringem Einkommen.

Diese und weitere Preisanstiege sowie die Lohnanpassungen im Dienstleistungsbereich führen auch zu weiteren Kostenerhöhungen im Bereich der Betriebskosten.

Materialengpässe und Baupreissteigerungen

Materialengpässe und Preissteigerungen haben Einfluss auf die Wohnungsherrichtung und Umsetzung anderer technisch erforderlicher Maßnahmen. Es kann damit weiterhin zu zeitlichen Verzögerungen bei der Neuvermietung und damit steigenden Einnahmeausfällen kommen. Darüber hinaus steigen die Aufwendungen für die Einzelmaßnahmen.

Anstieg des Zinsniveaus

Die Zinsbindung der bestehenden Darlehen endet in den Jahren 2027 bis 2033. Die Entwicklung des Zinsniveaus bis dahin ist aus heutiger Sicht nicht abzuschätzen.

Zusätzliche Finanzierungen werden nur für Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen erforderlich. Bei einer nicht auszuschließenden Verschlechterung der allgemeinen Finanzierungsbedingungen in der Zukunft kann diese jedoch Auswirkungen auf die Umsetzung der Maßnahmen haben. Auch unter Beachtung der aktuellen Bedingungen werden das Vermietungs- und Marktrisiko in Form von erhöhtem Leerstand und Fluktuation an den Wohnstandorten der WBG Zentrum eG und ein Liquiditätsrisiko durch den Ausfall von Mieteinnahmen infolge von Leerstand und Zahlungsunfähigkeit der Mitglieder auf Basis des gegenwärtigen Wissensstandes als nicht bestandsgefährdend eingeschätzt.

Personalrisiken

Der demografische Wandel der Gesellschaft bringt auch einen immer stärker spürbaren Fachkräftemangel mit sich. Daher will sich die Genossenschaft auch als Arbeitgeber weiterentwickeln, die Mitarbeiterbindung stärken und ab 2025 neue Talente ausbilden.

Wir analysieren die o.g. Risikofaktoren regelmäßig und entwickeln soweit möglich Strategien zur Risikobegrenzung.

Ungeachtet aller Unwägbarkeiten schätzen wir auf Basis der aktuell absehbaren Entwicklungstendenzen für die WBG Zentrum eG ein, dass die wirtschaftliche Stabilität nicht gefährdet ist.

6. Prognosebericht

Die in 2024 verabschiedete Jahresplanung für 2025 wurde auf der Grundlage der auf nachhaltige wirtschaftliche Stabilität und Sicherung der Gebäudesubstanz ausgerichteten langfristigen Konzeption aufgestellt. Die Prognose wurde unter Einbeziehung der technischen Bedarfe der Entwicklung und Erhaltung des Bestandes im Dezember 2023 mit dem Aufsichtsrat und den Vertretern als Grundlage für die weitere Arbeit beschlossen.

Der in 2024 verabschiedete Plan für das Jahr 2025 weist einen Jahresüberschuss in Höhe von rd. 1,4 Mio. € aus.

Für 2025 sind insgesamt 12,8 Mio. € Ausgaben in den Bestand geplant. Davon sind für Instandhaltungsmaßnahmen 8,3 Mio. € sowie 4,5 Mio. € für Investitionen vorgesehen.

Die Herrichtung von Wohnungen nach Vertragsende macht 6,7 Mio. € die Hälfte des Budgets aus, weiterhin sind 0,7 Mio. € für Investitionen in die Fortführung der Aufzugserneuerung/-verlängerung geplant und 1,0 Mio. € für den Einbau moderner Sammelheizungen in Beständen mit Einzelheizung je Wohnung. Für 2025 sind weiterhin vorbereitende Arbeiten für die Sanierung eines Ärztehauses und den Neubau eines Genossenschaftszentrums vorgesehen.

Die Umsetzung der Maßnahmen 2025 ist weiterhin von der Baupreisentwicklung, den Firmenkapazitäten und der Materialbereitstellung beeinflusst.
Intern wird die personelle Basis für die Umsetzung der Maßnahmen verstärkt und es werden weitere Prozessoptimierungen vorbereitet und umgesetzt.

Zudem plant die Genossenschaft im kommenden Geschäftsjahr die Bestandsaufnahme der Objekte zur Ermittlung der derzeitigen CO₂-Emissionen voranzubringen und Ziele für die CO₂-Senkung zu konkretisieren.

Die Neuaufnahme von zusätzlichen Darlehen ist für 2025 nicht vorgesehen.

Unsere Einschätzung geht zum jetzigen Zeitpunkt nicht von existenzgefährdenden Risiken aus.

Die Zahlungsfähigkeit der Genossenschaft ist auf absehbare Zeit gewährleistet.

Berlin, den 12.05.2025

Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG

Mike Eichberg Michael Siemon
Vorstand Vorstand
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