GESCHÄFTSBERICHT 2024

GESAMT­WIRTSCHAFT­LICHE LAGE 2024 UND
AUSBLICK AUF 2025
FÜR DEUTSCHLAND, BERLIN UND BRANDENBURG

Das Jahr 2024 war für die deutsche Wirtschaft erneut von Herausforderungen geprägt. Nach einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,3 % im Vorjahr sank die Wirtschaftsleistung 2024 nochmals um 0,2 %. Die Gründe dafür waren vielfältig: schwache Nachfrage im In- und Ausland, hohe Kosten sowie strukturelle Belastungen. Dennoch gibt es auch Lichtblicke. Die Inflation ging deutlich zurück und lag bei durchschnittlich 2,2 %, was vielen Haushalten eine spürbare Entlastung brachte. Der Arbeitsmarkt zeigte sich weiterhin stabil mit einer Erwerbstätigenzahl leicht über dem Vorjahresniveau. Die Arbeitslosenquote stieg jedoch geringfügig auf 6,0 %.

Wirtschaftsleistung Bruttoinlandsprodukt in Deutschland
Veränderungen gegenüber dem Vorjahr

Quelle: Statistisches Bundesamt, Statista 2025

Inflationsrate in Deutschland 2024
(Steigerung des Verbraucherpreisindex gegenüber Vorjahresmonat in %, Jahresdurchschnitt 2,2 %)

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2025

Wohnungsbau und Bauwirtschaft: Ein schwieriges Umfeld

Die Bauwirtschaft kämpfte auch 2024 mit hohen Kosten und einer schwachen Investitionsdynamik. Die Preise für Neubauten stiegen im Jahresvergleich um 3,1 %, was zwar moderater ausfiel als in den Vorjahren, aber dennoch die Bauaktivität hemmte. Positiv wirkte sich die mehrfache Senkung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank aus. Ende des Jahres lag der Zinssatz für Einlagen bei 3,0 %, während Bauzinsen bei 3,15 % lagen – ein kleiner Schritt in Richtung Erleichterung für Investoren.

Die Nettokaltmieten entwickelten sich deutschlandweit mit einer durchschnittlichen Steigerung von rund 4 % oberhalb der allgemeinen Preisentwicklung. Dies zeigt die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum trotz der schwierigen Rahmenbedingungen.

Berlin: Wachstum trotz Herausforderungen

Berlin konnte sich den gesamtwirtschaftlichen Schwierigkeiten teilweise entziehen und verzeichnete im ersten Halbjahr 2024 ein leichtes Wachstum von 0,3 %. Damit lag die Hauptstadt über dem bundesweiten Durchschnitt von -0,2 %. Besonders positiv entwickelten sich die Reallöhne, die im dritten Quartal um beeindruckende 4,9 % stiegen – ein Zeichen für die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Stadt.

Der Berliner Mietwohnungsmarkt blieb auch 2024 angespannt. Zwar wuchs die Bevölkerung leicht um 0,2 %, vor allem durch Zuwanderung, doch die Zahl der Baugenehmigungen sank drastisch um 37,6 %. Hohe Baukosten und langsame Genehmigungsverfahren erschweren weiterhin den dringend benötigten Neubau von Wohnungen. Die Preise für Neubauten stiegen um 4,1 %, deutlich weniger als im Vorjahr, bleiben jedoch eine Herausforderung für Bauherren.

Brandenburg: Regionale Unterschiede prägen das Bild

Brandenburg blickte auf ein gemischtes Jahr zurück. Während das BIP im dritten Quartal leicht um 0,1 % stieg und die Inflation auf moderate 2,5 % zurückging, zeigte sich der Arbeitsmarkt schwächer. Die Erwerbstätigenzahl sank geringfügig um 0,1 %, und die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 %.

Der Wohnungsmarkt in Brandenburg bleibt regional unterschiedlich: Während das Berliner Umland von wachsender Nachfrage profitiert, kämpfen andere Regionen mit Bevölkerungsrückgang und einem steigenden Durchschnittsalter. In diesen Gebieten wird der Rückbau überzähliger Wohnungen fortgesetzt werden müssen. Gleichzeitig stiegen die Baupreise auch hier um weitere 4 %, was Investitionen bremste.

Ausblick auf 2025: Hoffnung auf Stabilisierung

Für das Jahr 2025 wird nur ein minimales Wirtschaftswachstum zwischen 0,1 % und 0,3 % erwartet. Hohe Kosten und politische Unsicherheiten belasten weiterhin die Konjunktur. Dennoch gibt es Hoffnung: Die Senkung der Zinsen könnte Investitionen ankurbeln, während steigende Reallöhne den Konsum stärken könnten.

Berlin bleibt trotz aller Herausforderungen ein wirtschaftliches Zentrum mit Potenzial für weiteres Wachstum. Brandenburg hat die Möglichkeit, seine industrielle Basis zu stärken und gleichzeitig den Wohnungsbau in wachstumsstarken Regionen voranzutreiben.

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