GESCHÄFTSBERICHT 2025

LAGEBERICHT DES VORSTANDES
ZUM GESCHÄFTSJAHR 2025

1. Grundlagen des Unternehmens

Die Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG wurde im Jahr 1957 gegründet und ist eine mittelgroße Genossenschaft im Sinne der §§ 267 und 336 HGB. Zweck der Genossenschaft ist gemäß Satzung die Förderung ihrer Mitglieder, vorrangig durch eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung. Darüber hinaus ist die Erhaltung, Verbesserung und bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Wohnungsbestandes zentraler Bestandteil der Geschäftstätigkeit.

Die Genossenschaft bewirtschaftet überwiegend eigenen Wohnungsbestand im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg. Die Geschäftspolitik ist langfristig, nachhaltig und auf Substanzerhalt sowie wirtschaftliche Stabilität ausgerichtet.

Ziel des Vorstandes ist es, den Wohnungsbestand unter Einhaltung des finanziellen Gleichgewichts bis 2045 klimaneutral zu entwickeln. Grundlage für diese Strategie sind die aktuellen europäischen und deutschen Klimaschutzgesetze. Dazu haben wir folgende Ausgangswerte auf Basis der tatsächlichen Verbräuche ermitteln lassen:

  • der durchschnittliche Energieverbrauch betrug 2023 77,78 kWh/m²/a
  • die durchschnittliche CO₂-Emission lag 2023 bei 16,77 kg/m2/a
  • der Wohnungsbestand (nach m² Wohnfläche) wies in 2023
    • – zu 2,8 % Energieeffizienzklasse A
    • – zu 39,8 % Energieeffizienzklasse B
    • – zu 48,7 % Energieeffizienzklasse C
    • – zu 8,7 % Energieeffizienzklasse D aus

Ausweis Energieeffizienzklassen Wohnungsbestand

  • der durchschnittliche Energieverbrauch betrug 2023 77,78 kWh/m²/a
  • die durchschnittliche CO₂-Emission lag 2023 bei 16,77 kg/m²/a

Ausweis Energieeffizienzklassen Wohnungsbestand

Bezogen auf die Energieträger lässt sich die Beheizung unserer Wohnungen (bezogen auf die Wohnfläche) wie folgt klassifizieren:

  • zu 26,9 % mittels Gaseinzelheizungen
  • zu 68,6 % mittels Fernwärme
  • zu 4,5 % mittels Blockheizkraftwerk

2. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE UND REGIONALE RAHMENBEDINGUNGEN

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld war im Geschäftsjahr 2025 weiterhin von Unsicherheiten geprägt. Zwar ging die Inflation gegenüber den Vorjahren zurück, dennoch wirkten sich insbesondere steigende Kosten für Bauleistungen, Energie und Dienstleistungen belastend auf die Wohnungswirtschaft aus.
Der Berliner Wohnungsmarkt war auch 2025 durch eine anhaltend hohe Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot gekennzeichnet. Die Neubautätigkeit blieb deutlich hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Für Wohnungsbaugenossenschaften ergab sich daraus eine stabile Vermietungssituation, gleichzeitig jedoch ein anhaltender Kosten- und Investitionsdruck.

Konjunktur

Die deutsche Wirtschaft stagnierte weitgehend und zeigte 2025 nur ein sehr geringes reales Wachstum. Nach ersten Berechnungen stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt 2025 um 0,2 % gegenüber 2024.
Für die Wohnungswirtschaft ist das relevant, da schwaches Wachstum typischerweise Investitionsentscheidungen (Neubau/Modernisierung) bremst und gleichzeitig die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum hoch hält.

Die deutsche Wirtschaft steckt seit über zwei Jahren in einer ausgeprägt stagnativen Wachstumsschwäche. Erst 2026 wird das BIP den Prognosen zufolge stärker um 1,5 % bis 1,7 % wachsen.

Die hohe Inflation im Euroraum infolge des Kriegs in der Ukraine zwang die Europäische Zentralbank sehr schnell zu einer Erhöhung des Leitzinses in lange nicht mehr gekannter Dimension.

Inzwischen hat die EZB erneut eine geldpolitische Wende eingeleitet und den Leitzins auf ein Niveau von 2,15 % gesenkt. Seit Sommer 2025 haben sich die Zentralbanker eine Zinspause verordnet. Auch wenn die Zahl neu abgeschlossener Hypothekenverträge bereits wieder steigt, belasten die Folgen des abrupten Endes der Niedrigzinsphase weiterhin die Baukonjunktur.

Klimagerechtes Bauen/energetische Anforderungen:
Die IBB hebt 2025 explizit hervor, dass Anforderungen an klimagerechtes Bauen und die damit verbundenen Kosten die Branche zusätzlich herausfordern. Für Berliner Bestände heißt das, Investitionsentscheidungen müssen stärker nach Wirtschaftlichkeit, Förderkulisse und Umsetzbarkeit priorisiert werden.

Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland 2025/2026

Die deutsche Wirtschaft wächst leicht und steht vor finanzpolitisch getragenem Aufschwung. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2025 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,2 % höher als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Anstieg der Wirtschaftsleistung in Deutschland sogar 0,3 %. Nach zwei Rezessionsjahren ist die deutsche Wirtschaft damit wieder leicht gewachsen. Das Wachstum ist vor allem auf die gestiegenen Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staats zurückzuführen.

Demgegenüber gaben die Exporte erneut nach. Die Exportwirtschaft sah sich heftigem Gegenwind durch die höheren US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die stärkere Konkurrenz aus China ausgesetzt. Zudem hielt die Investitionsschwäche an. Sowohl in Ausrüstungen als auch Bauten wurde weniger investiert als im Vorjahr. Den Prognosen zufolge wird Deutschland mit einem BIP-Wachstum von 0,2 % im Jahr 2025 im internationalen Vergleich erneut im Schlussfeld liegen.

 

3. GESCHÄFTSVERLAUF 2025

Die Umsatzerlöse aus der Bewirtschaftungstätigkeit beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf 26.581.789 € und lagen damit über dem Planwert von 26.166.379 €. Die positive Abweichung ist insbesondere auf höhere Entgelterträge sowie deutlich geringere Erlösschmälerungen zurückzuführen.

Die Aufwendungen für Bewirtschaftungstätigkeit beliefen sich auf 13.672.826,85 € und lagen damit erheblich unter dem geplanten Wert. Ursächlich hierfür waren insbesondere zeitliche Verschiebungen von Instandhaltungsmaßnahmen sowie geringere tatsächliche Kosten bei der Umsetzung.

Umsatzerlöse (ohne Umlagen abzgl. Erlösschmälerungen)

2021 / 15.469 T€
2022 / 15.787 T€
2023 / 16.233 T€
2024 / 17.785 T€
2025 / 19.019 T€

Quelle: WBG Zentrum eG

Hauptursachen

Gegenüber Plan wurden höhere Entgelterträge bei Wohnungen, Gewerbeeinheiten sowie Parkplätzen und Garagen erzielt. Dies spiegelt eine anhaltend starke Vermietungsnachfrage wider, die sich auch in den Marktdaten für Berlin zeigt.

Laut Wohnungsmarktbarometer 2025 der Investitionsbank Berlin ist die Nachfrage nach Wohnraum in Berlin weiterhin sehr hoch, insbesondere im bezahlbaren Segment. Dies gilt trotz erhöhter Bau- und Finanzierungskosten.

Geringere Erlösschmälerungen als geplant (214.005 € statt 350.000 €) weisen auf stabile Vermietungsverhältnisse und gut geplante Abrechnungsprozesse hin.

Die Umsatzerlöse aus Bewirtschaftungstätigkeit ohne Umlagen abzüglich Erlösschmälerungen sind um 1.233.958 € gestiegen. Diese Erhöhung wurde wesentlich durch die Vollauswirkung der Anpassung der Nutzungsentgelte Mitte 2024 und Neuvermietungsabschlüsse realisiert.

Liquide Mittel

 

Guthaben bei Kreditinstituten

Bausparmittel

Liquide Mittel

2025

18.738.106,50 €

10.377.735,98 €

29.115.842,48 €

2024

17.799.850,35 €

10.199.354,26 €

27.999.204,61 €

2023

16.666.971,67 €

16.666.971,67 €

26.689.283,15 €

2022

17.643.231,82 €

17..302.655,20 €

34.945.887,02 €

2021

17.587.436,94 €

15.658.029,67 €

33.245.466,61 €

Grafik: Liquide Mittel

Kapitalstruktur

 

Eigenkapital

Fremdkapital

langfristiges Fremdkapital

kurz-/mittelfr. Fremdkapital

Gesamtkapital

2025

108,97 Mio. €

38,93 Mio. €

28,52 Mio. €

10,40 Mio. €

147,90 Mio. €

2024

104,71 Mio. €

41,61 Mio. €

31,55 Mio. €

10,06 Mio. €

146,32 Mio. €

2023

100,43 Mio. €

44,06 Mio. €

34,25 Mio. €

9,80 Mio. €

144,49 Mio. €

2022

100,46 Mio. €

54,90 Mio. €

45,67 Mio. €

9,24 Mio. €

155,37 Mio. €

2021

98,24 Mio. €

57,11 Mio. €

48,84 Mio. €

8,27 Mio. €

155,34 Mio. €

Grafik: Kapitalstruktur in Mio. €

Es handelt sich damit um die reinen operativen Erträge aus der Vermietung, bereinigt um Umlagen (z. B. Betriebskosten, die lediglich durchgereicht werden und kein Ergebnis beeinflussen) sowie Erlösschmälerungen (z. B. Leerstand, Entgeltminderungen oder uneinbringliche Forderungen).

Die Umsatzerlöse steigen kontinuierlich über den gesamten Zeitraum. Die Erlöse werden voraussichtlich jedes Jahr zunehmen, aufgrund einer stabilen Vermietung und steigenden Nutzungsentgelten durch Neuvermietungen.

Der Sprung von 2023 auf 2024 ist überdurchschnittlich stark. Das erklärt sich durch die Entgeltanpassung.

Über den gesamten Zeitraum ist ein stabiles bis leicht wachsendes Niveau erkennbar. Der Rückgang 2023 ist moderat und wird in den Folgejahren deutlich kompensiert.

Die Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG hält dauerhaft eine ausreichende operative Liquiditätsreserve, um laufende Verpflichtungen sicher zu bedienen. Liquiditätsengpässe sind nicht erkennbar. Die Zahlen dokumentieren eine sehr solide Liquiditätslage, die sowohl den laufenden Geschäftsbetrieb absichert als auch die langfristige Investitions- und Finanzierungsstrategie der Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG unterstützt.

Die Entwicklung der Kapitalstruktur der Jahre 2021 bis 2025 zeigt eine sehr stabile und sich deutlich verbessernde Finanzierungsbasis.

Das Gesamtkapital lag 2021 und 2022 auf einem konstant hohen Niveau von rund 155 Mio. €. Im Jahr 2023 kam es zu einer spürbaren Bilanzverkürzung auf rund 144 Mio. €, die aus der Ablösung von Kreditverbindlichkeiten nach Auslauf der Zinsbindung resultiert. Seit 2024 steigt das Gesamtkapital moderat an und erreicht 2025 rund 148 Mio. €.

Besonders hervorzuheben ist die kontinuierliche Stärkung des Eigenkapitals, das von rund 98 Mio. € im Jahr 2021 auf rund 109 Mio. € im Jahr 2025 wächst. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 11 Mio. € innerhalb von fünf Jahren.

Parallel dazu wird das Fremdkapital deutlich reduziert. Es sinkt von rund 57 Mio. € im Jahr 2021 auf rund 38 Mio. € im Jahr 2025. Der Rückgang betrifft insbesondere das langfristige Fremdkapital, das erheblich abgebaut wurde. Das kurz- und mittelfristige Fremdkapital bleibt dagegen auf einem stabilen Niveau von rund 9 – 10 Mio. €, so dass keine kurzfristigen Liquiditätsrisiken erkennbar sind.
Die Eigenkapitalquote steigt im Betrachtungszeitraum von 63 % auf rund 74 %. Damit verfügt die Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG über eine außergewöhnlich starke Kapitalausstattung.

3.1 Betriebskostenumlagen

Die tatsächlichen Erlöse aus Betriebskostenumlagen lagen mit 7.457.610 € etwas unter dem Planwert von 7.560.379 €. Diese moderaten Abweichungen erklären sich aus tatsächlichen Verbrauchsentwicklungen sowie abrechnungsbedingten Timingeffekten.

Grafik: Vermietungssituation

3.2. Vermietungssituation

Die Leerstandsquote blieb zum Bilanzstichtag mit 0,95 % sehr niedrig (Vorjahr 1,0 %). Die Fluktuationsrate blieb stabil und entsprach in etwa dem Vorjahr. Die hohe Nutzungsnachfrage ist konsistent mit den externen Marktdaten, die für Berlin weiterhin einen angespannten Wohnungsmarkt mit hoher Nachfrage und relativ knapper Angebotslage bestätigen.

Im Berichtszeitraum ist die Anzahl der Kündigungen mit 187 (davon 1 Zwangsräumung) gegenüber dem Vorjahr (224 Wohnungen) gesunken. Die Fluktuationsrate beträgt somit durchschnittlich 4,23% (Vorjahr 5,1 %).

Gleichzeitig konnten im Jahr 2025 insgesamt 189 neue Nutzungsverträge abgeschlossen werden (Vorjahr: 231). Zum Bilanzstichtag waren 42 Wohnungen nicht vermietet (2024: 44 Wohnungen). Das durchschnittliche Monatsentgelt je qm betrug nettokalt 5,80 €.

3.3 Instandhaltung und Baumaßnahmen

Die Aufwendungen für Instandhaltung beliefen sich auf 6.484.453 € gegenüber einem Plan von 8.290.000 €. Dies resultiert primär aus zeitlichen Verschiebungen geplanter Maßnahmen und Plan-Ist-Abweichungen bei kurzfristigen Instandsetzungen.

Im Geschäftsjahr 2025 setzte die Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG den strategischen Schwerpunkt weiterhin auf die Substanzerhaltung, die Verbesserung der Barrierefreiheit, die Erhöhung der Betriebssicherheit sowie die Vorbereitung größerer Entwicklungsprojekte. Die Umsetzung erfolgte unter Berücksichtigung der angespannten Marktlage im Bauwesen sowie verfügbarer Kapazitäten.

Aktivierungspflichtige Baumaßnahmen wurden im Geschäftsjahr 2025 in Höhe von 4.239.100 € (Plan 4.450.000 €) durchgeführt. Für die Leerwohnungssanierungen als aufwandswirksame Maßnahmen wurden Ausgaben in Höhe von 3.296.703 € (Plan 4.500.000€) getätigt. Die Kosten für Kleininstandsetzung beliefen sich auf 1.227.548 €.

3.4 Umgesetzte Maßnahmen im Geschäftsjahr 2025

Auf Grundlage der technischen Maßnahmenliste wurden im Geschäftsjahr 2025 folgende Bau- und Technikmaßnahmen umgesetzt bzw. weitergeführt:

Erneuerung von Leerwohnungen

Für die Herrichtung von Leerwohnungen wurden im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 1.289.315 € aufgewendet (Plan: 1.500.000 €). Die Abweichung gegenüber dem Plan ist im Wesentlichen auf die rückläufige Anzahl von Kündigungen zurückzuführen. Die Maßnahmen dienen der Sicherstellung eines vermietungsfähigen Zustands gemäß den Qualitätsstandards der Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG.

Feuerwehrzufahrten

Für die Herstellung von Feuerwehrzufahrten wurden im Geschäftsjahr 340.319 € investiert (Plan: 350.000 €). Die Kosten lagen damit im geplanten Rahmen. Die Maßnahmen dienen der Erfüllung brandschutzrechtlicher Vorgaben und der langfristigen Sicherstellung der Betriebssicherheit der Bestände.

Aufzugverlängerungen

Im Bereich der Aufzugverlängerungen wurden im Geschäftsjahr 2025 1.119.544 € investiert (Plan: 700.000€). Der gegenüber dem Plan deutlich höhere Mittelabfluss erklärt sich aus dem weitergehenden Leistungsumfang sowie aus beschleunigten Baufortschritten und den zusätzlich nicht geplanten Aufzugsverlängerungen, die ursprünglich für Folgejahre vorgesehen waren. Ziel der Maßnahme ist die Verbesserung der Barrierefreiheit und der nachhaltigen Nutzbarkeit der Gebäude.

Bauvorhaben Cohnstraße

Für das Bauvorhaben Cohnstraße wurden im Geschäftsjahr 2025 453.806 € aufgewendet (Plan: 1.000.000 €). Die Mittel wurden für Planungs- und Vorbereitungsleistungen eingesetzt. Die geringere Mittelabnahme gegenüber dem Plan ist auf eine phasenweise Projektabwicklung zurückzuführen. Der Schwerpunkt der Investitionen ist für die Folgejahre vorgesehen.

Neubau Genossenschaftszentrum und Modernisierung Ärztehaus

Für das Projekt Neubau eines Genossenschaftszentrums und Modernisierung des Ärztehauses wurden im Geschäftsjahr 2025 1.030.764 € investiert (Plan waren 750.000 €). Die Abweichung gegenüber dem Plan erklärt sich durch zusätzliche Planungs- und Vorbereitungsleistungen, die im Berichtsjahr bereits umgesetzt wurden. Die Maßnahme dient der langfristigen funktionalen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung der genossenschaftlichen Infrastruktur.

Fernwärmestation Hosemannstraße

Für die Fernwärmestation Hosemannstraße wurden im Geschäftsjahr 2025 lediglich 5.352 € verausgabt (Plan: 150.000 €). Die Maßnahme wurde im Wesentlichen noch nicht umgesetzt, da sich die Realisierung in die Folgejahre verschoben hat. Die im Berichtsjahr angefallenen Kosten betreffen ausschließlich vorbereitende Tätigkeiten.

Gesamtvolumen der umgesetzten Baumaßnahmen 2025

Das Gesamtvolumen der im Geschäftsjahr 2025 umgesetzten Baumaßnahmen belief sich auf 4.239.100 € (Plan: 4.450.000 €). Die Unterschreitung des Planwertes ist im Wesentlichen auf zeitliche Projektverschiebungen zurückzuführen und stellt keine Reduzierung der strategisch vorgesehenen Maßnahmen dar. Die nicht abgerufenen Mittel fließen in die Folgejahre ein und sind dort entsprechend eingeplant.

Die im Geschäftsjahr 2025 umgesetzten Bau- und Technikmaßnahmen stehen im Einklang mit der langfristigen Bestands- und Investitionsstrategie der Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG. Der Fokus lag auf Sicherstellung der Vermie tbarkeit, Erfüllung technischer und rechtlicher Anforderungen, Verbesserung der Barrierefreiheit, Vorbereitung größerer Modernisierungs- und Neubauprojekte. Die Umsetzung erfolgte unter Berücksichtigung der weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen im Bauwesen (Kosten, Kapazitäten, Terminrisiken).

 

4. ERTRAGSLAGE

Das Geschäftsjahr 2025 schließt mit einem Jahresüberschuss von 4.255.645 € ab und übertrifft damit den Planwert von 1.444.100 € deutlich. Das operative Ergebnis wurde maßgeblich durch die positive Umsatzentwicklung sowie durch geringere Aufwendungen für Instandhaltung, Betriebskosten und Personal geprägt.
Der Jahresüberschuss stärkt die Eigenkapitalbasis der Wohnungs- baugenossenschaft Zentrum eG nachhaltig und erhöht den finanziellen Handlungsspielraum für zukünftige Investitionen.

4.1 Entwicklung der Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse aus der Bewirtschaftungstätigkeit entwickelten sich im Geschäftsjahr 2025 insgesamt leicht über Plan. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem höhere Entgelterträge aus der Wohnungs- und Gewerbebewirtschaftung sowie geringere Erlösschmälerungen als ursprünglich kalkuliert.

Die Erlöse aus Betriebskostenumlagen lagen demgegenüber leicht unter dem Planansatz. Diese Abweichung ist abrechnungsbedingt und wirkt sich nicht ergebniswirksam aus, da den geringeren Umlageerlösen entsprechend geringere Aufwendungen gegenüberstanden.

Insgesamt zeigte sich die Erlösbasis der Genossenschaft im Geschäftsjahr 2025 stabil und nachhaltig.

4.2 Umsatzbedingte Ertragssteigerung

Der Gesamtumsatz lag mit +415.410 € über Plan. Insbesondere Entgelte und Erlöspositionen über Plan führten zu einer spürbaren Ergebnisverbesserung. Geringere Erlösschmälerungen als geplant und stabile Umlageerlöse wirkten dadurch ergebnissteigernd.

4.3 Aufwandsseite, signifikanter Effekt

Bei den Aufwendungen für Bewirtschaftungstätigkeit ergab sich ein bilanziell positiver Effekt:
Diese Effekte führten zusammen zu einer wesentlichen Reduktion der planmäßigen Aufwendungen ohne Leistungseinbußen. Besonders hervorzuheben ist, dass bei Instandhaltung zwar geringere Kosten als geplant anfielen, die Qualität der Maßnahmen jedoch nicht beeinträchtigt wurde.

Das Bewirtschaftungsergebnis (Rohergebnis) lag im Geschäftsjahr 2025 deutlich über dem geplanten Wert. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf geringere Aufwendungen für Bewirtschaftungstätigkeit zurückzuführen.

Insbesondere die Instandhaltungsaufwendungen lagen im Berichtsjahr spürbar unter dem geplanten Niveau. Dies ist nicht strukturell, sondern im Wesentlichen auf zeitliche Verschiebungen geplanter Maßnahmen, spätere Abrechnungen sowie kostengünstigere Umsetzungen zurückzuführen. Der technische Zustand des Bestandes wurde dadurch nicht beeinträchtigt und die vorgesehenen Maßnahmen sind weiterhin im mehrjährigen Instandhaltungs- und Investitionsplan enthalten.

KostenartPlan 2025Ist 2025Abweichung
Instandhaltung8.290.000 €6.484.453 €+1.805.547 €
Betriebskosten8.015.000 €7.139.002 €+875.998 €
Personalaufwand3.670.000 €3.287.289 €+382.711 €

Auch bei den Betriebskosten ergaben sich geringere Aufwendungen als geplant, vor allem aufgrund günstigerer tatsächlicher Kostenentwicklungen einzelner Kostenarten.

4.4 Personal- und sonstige Aufwendungen

Der Personalaufwand lag im Geschäftsjahr 2025 unter dem Planansatz. Ursächlich hierfür waren insbesondere zeitlich verzögerte Stellenbesetzungen sowie geringere Ist-Kosten im Vergleich zur vorsichtigen Planung.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen entwickelten sich insgesamt leicht über dem geplanten Ansatz. Einsparungen in einzelnen Verwaltungs- und Sachkostenpositionen glichen höhere Aufwendungen bei einzelnen Rechts- und Beratungskosten nicht vollständig aus.

Im Jahr 2025 konnten nicht alle freien Stellen neu besetzt werden. Dies führte zu einem leichten Rückgang der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahresdurchschnitt. Die angespannte Situation auf dem Fachkräftemarkt wirkt sich auch für uns bei der noch anstehenden Besetzung weiterer Stellen nachteilig aus.

Die Mitarbeiter sind unser entscheidender Faktor für die Sicherung des Geschäftserfolges und der Qualität der Dienstleistungen für unsere Mitglieder. Den stetig wachsenden Anforderungen in allen Geschäftsprozessen begegnen wir kontinuierlich mit weiteren personellen, strukturellen und organisatorischen Anpassungen.

Die Mitarbeiter wurden im Jahr 2025 entsprechend weiter geschult. So kam es beispielsweise im Bereich der Wohnungswirtschaft zu Schulungen in 11 verschiedenen Themenkomplexen.

 

5. FINANZLAGE

Die Zahlungsfähigkeit der Genossenschaft war im gesamten Geschäftsjahr 2025 jederzeit gegeben. Der Zahlungsmittelbestand erhöhte sich gegenüber dem Jahresbeginn auf 29.115.842 €.
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr. Zusätzliche Darlehen wurden im Geschäftsjahr 2025 nicht aufgenommen. Die planmäßigen Tilgungen konnten vollständig aus der laufenden Liquidität bedient werden, was die finanzwirtschaftliche Stabilität weiter stärkt.

Das Finanzergebnis entwickelte sich stabil. Die Zinserträge lagen aufgrund des weiterhin hohen Liquiditätsbestands über dem Planansatz, während der Zinsaufwand im Wesentlichen dem geplanten Niveau entsprach.

Die Finanzlage der Genossenschaft zeichnet sich durch stabile Liquidität, hohe Zahlungsmittelbestände und konservative Finanzierungsstruktur aus.

 

6. VERMÖGENSLAGE

Die Vermögenslage der Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG ist weiterhin als sehr solide zu bewerten. Das Anlagevermögen ist vollständig langfristig finanziert. Die Eigenkapitalquote liegt auf einem hohen Niveau.

Der Abbau langfristiger Verbindlichkeiten wurde durch planmäßige Tilgungen fortgesetzt. Der hohe Bestand an liquiden Mitteln stellt eine wesentliche Grundlage für die Umsetzung zukünftiger Investitions- und Instandhaltungsmaßnahmen dar.

Die im Unternehmen gebundenen Fremdmittel verringerten sich mit dem Abbau der langfristigen Darlehensverbindlichkeiten durch die planmäßigen Tilgungsleistungen. Alle Investitions- und Instandhaltungsmaßnahmen wurden aus der vorhandenen Liquidität finanziert. Zusätzliche Kredite wurden auch im Geschäftsjahr 2025 nicht aufgenommen.

 

7. RISIKOBERICHT

Ein Risikobericht dient dazu, die wesentlichen Risiken der Genossenschaft systematisch zu identifizieren, zu bewerten und darzustellen, wie diese gesteuert und begrenzt werden.
Die Genossenschaft verfügt über ein systematisches Risikomanagement. Zu den wesentlichen Risikofeldern zählen insbesondere Zinsrisiken, Baukosten- und Terminrisiken sowie regulatorische Anforderungen im Zusammenhang mit Klimaschutz und Energieeffizienz.
Aufgrund der stabilen Vermietungssituation, der hohen Eigenkapitalquote und der sehr guten Liquiditätsausstattung bestehen nach Einschätzung des Vorstands keine bestandsgefährdenden Risiken.
Zu den aktuellen Instrumenten der internen betriebswirtschaftlichen Risikosteuerung gehören insbesondere:

  • mehrjährige Finanz-, Liquiditäts- und Erfolgspläne und Prognosen, mit jährlicher Aktualisierung,
  • quartalsweise Soll-Ist-Vergleiche der Liquiditäts- und Rentabilitätssituation zum Plan,
  • Analysen zur Liquidität,
  • monatliche Auswertung des Vermietungsstandes aller Vermietungsobjekte,
  • regelmäßige Überwachung des Darlehensportfolios,
  • regelmäßige Auswertung der Entwicklung der Mitglieder und der Geschäftsanteile,
  • jährliche Analyse der Entwicklung der Betriebskosten mit Vergleich zum Berliner Durchschnitt.

Sofern erforderlich werden auf dieser Basis zielgerichtete Maßnahmen eingeleitet. Es erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung an den Aufsichtsrat.

7.1 Wesentliche Risiken für die Genossenschaft

Zinsrisiken:
Langfristige Zinsbindungen laufen in den nächsten Jahren aus und zukünftige Zinsentwicklungen sind unsicher. Angesichts erhöhter Finanzierungskosten bleibt dies ein relevantes Risiko.
Bau- und Materialpreisrisiken:
Steigende Baukosten, Materialknappheiten und Lieferengpässe können zu Verzögerungen und Kostensteigerungen bei Baumaßnahmen führen. Dies betrifft auch den genossenschaftlichen Bestand und größere Projekte.

Regulatorische Anforderungen (Klimaschutz/Energie):
Zukünftige CO₂-Vorgaben und Anforderungen an Energieeffizienz erfordern Investitionen und strategische Anpassungen der Bestandsbewirtschaftung.

7.2 CO₂-Klimapfad und Wärmeversorgung

Der CO₂-Klimapfad beschreibt einen langfristig festgelegten, schrittweisen Reduktionspfad der CO₂-Emissionen eines Gebäudebestandes mit dem Ziel, die gesetzlichen Klimaschutzziele zu erreichen.

Rechtsgrundlagen und fachliche Referenzen hierfür sind insbesondere das Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG), das Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie die CO₂-Bepreisung nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG).

Der Klimapfad dient der Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG als strategisches Steuerungsinstrument, um technische Maßnahmen, Investitionen und Zeiträume so aufeinander abzustimmen, dass Emissionsminderungen wirtschaftlich, planbar und regulatorisch konform umgesetzt werden können.

Vorteile des CO2-Klimapfads für die Genossenschaft

Die Umsetzung eines klar definierten CO₂-Klimapfads bietet für die Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG mehrere Vorteile. Reduzierung der CO₂-Emissionen des Bestandes und damit Beitrag zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele, Minderung zukünftiger Kostenrisiken aus steigenden CO₂-Preisen auf fossile Brennstoffe, Erhöhung der regulatorischen Planungssicherheit im Hinblick auf zukünftige Anforderungen des Gebäudeenergie- und Klimaschutzrechts, langfristige Stabilisierung der Betriebskostenstruktur, da Fernwärme nicht unmittelbar von individuellen Gaspreisschwankungen abhängig ist, Stärkung der Zukunftsfähigkeit des Bestandes und Werterhalt der Immobilien.

Risiken und Herausforderungendes CO₂-Klimapfads

Mit der Umsetzung des Klimapfads sind jedoch auch relevante Risiken und Unsicherheiten verbunden, die im Rahmen des Risikomanagements berücksichtigt werden.

7.3 Investitionsrisiken

Die Umstellung von Gasetagenheizungen auf Fernwärme ist mit hohen Investitionskosten verbunden, insbesondere bei notwendigen Anpassungen der Gebäudetechnik und der hausinternen Verteilungssysteme. Abhängigkeit von externer Infrastruktur. Die Umsetzung ist abhängig vom Ausbaugrad und der Verfügbarkeit der Fernwärmenetze sowie vom jeweiligen Primärenergiemix des Versorgers, der sich langfristig verändern kann.

7.4 Kostenrisiken

Auch Fernwärme unterliegt Preisentwicklungen und regulatorischen Rahmenbedingungen. Langfristige Preisstabilität kann nicht vollständig garantiert werden.

7.5 Zeitliche Risiken

Verzögerungen wie bei Netzanschlüssen, Genehmigungen oder Bauausführungen können zu zeitlichen Verschiebungen im Klimapfad führen.

7.6 Soziale Auswirkungen

Investitionen müssen unter Berücksichtigung der sozialen Verantwortung der Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG erfolgen, um unangemessene Belastungen der Mitglieder zu vermeiden.

 

8. RISIKOBEWERTUNG UND AUSBLICK

Die Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG bewertet den CO2-Klimapfad insgesamt als notwendig und strategisch sinnvoll, sieht jedoch die wirtschaftliche Tragfähigkeit und soziale Ausgewogenheit als zentrale Steuerungsparameter.
Die Umsetzung erfolgt daher schrittweise, unter laufender Prüfung von Fördermöglichkeiten, in enger Abstimmung zwischen technischer, kaufmännischer und strategischer Planung.

 

9. BEWERTUNG DER LAGE

Aktuell schätzt der Vorstand die Risiken als beherrschbar ein, da die hohe Eigenkapital- und Liquiditätsausstattung sowie ein etabliertes internes Risikomanagement wichtige Puffer darstellen. Dennoch bleiben Aufgaben für 2026 und darüber hinaus bestehen.

 

10. PROGNOSEBERICHT 2026

Für das Geschäftsjahr 2026 wird auf Basis der vorliegenden Planung ein Jahresüberschuss von 2.085.684 € erwartet. Geplant sind umfangreiche Instandhaltungs- und Investitionsmaßnahmen, insbesondere im Bereich größerer Bauprojekte.
Die Finanzierung erfolgt überwiegend aus Eigenmitteln, ergänzend ist eine gezielte Darlehensaufnahme vorgesehen. Die Zahlungsfähigkeit der Genossenschaft bleibt auch im Prognosezeitraum uneingeschränkt gewährleistet.
Die Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG verfolgt einen sukzessiven CO2-Klimapfad, der vorsieht, bestehende Gasetagenheizungen schrittweise durch Fernwärmeanschlüsse zu ersetzen, sofern dies technisch und wirtschaftlich darstellbar ist.

Die Umstellung erfolgt nicht flächendeckend und nicht kurzfristig, sondern objektweise, im Zusammenhang mit ohnehin anstehenden Modernisierungen, unter Berücksichtigung der Netzinfrastruktur und Anschlussmöglichkeiten sowie unter Abwägung der wirtschaftlichen Auswirkungen für die Genossenschaft und die Mitglieder.

Fernwärme gilt als wesentlich emissionsärmer als dezentrale gasbasierte Einzelheizungen und stellt damit einen zentralen Baustein zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Gebäudebestand dar.

Intern wurde die personelle Basis für die Umsetzung der Maßnahmen verstärkt und es werden weitere Prozessoptimierungen vorbereitet und umgesetzt. Unter Beachtung der aktuellen Entwicklungen sind wir auch weiterhin darauf vorbereitet, operative Gegensteuerungsmaßnahmen zu ergreifen, sofern diese von uns steuerbar sind, und bei Bedarf die notwendigen Abstimmungsprozesse innerhalb unserer Organe einzuleiten. Unsere Einschätzung geht zum jetzigen Zeitpunkt nicht von existenzgefährdenden Risiken aus.

Die Zahlungsfähigkeit der Genossenschaft ist auch unter Beachtung des o. g. auf absehbare Zeit gewährleistet.

Berlin, den 13.05.2026

Wohnungsbaugenossenschaft Zentrum eG

Mike Eichberg Monique Schernell
Techn. Vorstand Kaufm. Vorstand
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